Die Jahreskreisfeste
Rituale im Zyklus der Natur
Die Jahreskreisfeste sind acht traditionelle Feste, die sich am Lauf der Sonne und am Rhythmus der Natur orientieren.
Sie stammen aus vorchristlichen, vor allem keltischen und germanischen Traditionen und werden heute in verschiedenen spirituellen und naturverbundenen Praktiken gefeiert. Der Jahreskreis symbolisiert den ewigen Kreislauf von Geburt, Wachstum, Ernte, Tod und Neubeginn.
Man unterscheidet zwischen:
- 4 Sonnenfesten (Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen). Sie symbolisieren den äußeren, astronomischen Rhythmus der Erde im Kosmos.
- 4 Mondfesten (keltische Feste). Sie befinden sich zwischen den Sonnenfesten und orientieren sich traditionell an Mondphasen, um den Rhythmus des Mondes zu ehren.
Die Kombination beider Festtypen dient dazu, das Leben wieder stärker in Einklang mit den natürlichen Zyklen von Werden und Vergehen zu bringen. Viele feiern heute mit festen Daten, die sich an den christlichen Feiertagen orientieren, um leichter in den Alltag integrierbar zu sein.
Sonnenfeste
Ostara
20./21. März - Frühlings-Tagundnachtgleiche
– Balance von Licht und Dunkel -
Ostara symbolisiert das Erwachen der Erde, die Balance zwischen Dunkel und Licht, und die Kraft der Fruchtbarkeit und Kreativität. Es ist eine Einladung, eigene Projekte, Ideen und Beziehungen zu nähren.
Litha
20./.21. Juni - Sommersonnenwende
– Höhepunkt der Energie -
Litha markiert den Gipfel der Sonnenkraft. Spirituell ist es eine Zeit, die eigene Stärke, Klarheit und Freude zu erkennen und bewusst ins Leben zu bringen.
Mabon
23. September - Herbst-Tagundnachtgleiche
– Einkehr und Gleichgewicht -
Mabon lehrt uns Dankbarkeit und Loslassen. Tag und Nacht stehen im Gleichgewicht – es ist eine gute Zeit, das innere Gleichgewicht zu prüfen und Entscheidungen bewusst zu treffen.
Yule
20./21. Dezember - Wintersonnenwende
– Wiedergeburt des Lichts -
Yule markiert die Rückkehr des Lichts. In der dunkelsten Nacht beginnt das Licht wieder zu wachsen – ein Symbol für Hoffnung, Neubeginn und spirituelles Erwachen.
Mondfeste
Imbolc
1./2. Februar - Lichtmess
- das Licht erwacht -
Imbolc ist die Zeit, in der die ersten Lichtstrahlen den Winter durchbrechen. Spirituell steht es für Neubeginn, Reinigung und innere Klarheit. Rituale dieser Zeit können helfen, alte Lasten loszulassen und Platz für neues Wachstum zu schaffen. (Imbolc fällt ursprünglich auf den 2. Vollmond nach der Wintersonnwende)
Beltane
30. April /1. Mai - Walpurgisnacht
– Lebensfreude und Verbindung -
Beltane ist ein Fest der Leidenschaft, Lebensfreude und Verbindung – sowohl mit der Natur als auch mit anderen Menschen. Es lädt ein, das Leben zu feiern und die eigene innere Kraft zu spüren. (Beltane fällt ursprünglich auf den 5. Vollmond nach der Wintersonnwende)
Lughnasadh
1. August - Schnitterfest
– Dankbarkeit und Fülle -
Dieses Fest der ersten Ernte ist eine Zeit der Dankbarkeit, Reflexion und Anerkennung für das, was gewachsen ist. Spirituell erinnert es uns, unsere eigenen Erfolge zu ehren und Gaben zu teilen. (Lughnasadh fällt ursprünglich auf den 8. Vollmond nach der Wintersonnwende)
Samhain
31. Oktober/1. November - Ursprung von Halloween
– Übergang und Ahnen -
Samhain ist das Tor zur Anderswelt, eine Zeit des Gedenkens, der Ahnenverehrung und der spirituellen Reflexion. Es ist ein Moment, sich mit dem Zyklus von Leben und Tod zu verbinden. (Samain fällt ursprünglich auf den 11. Neumond nach der Wintersonnwende)